Umgang mit ISO-Empfindlichkeit

Beim Fotografieren kommt neben der Einstellung von Blende und Belichtungszeit der Lichtempfindlichkeit des Sensors eine wesentliche Rolle zu, wenn es darum geht die richtige Einstellung der Belichtung zu finden. Als Lichtempfindlichkeit wird die Filmempfindlichkeit von fotographischen Platten und Filmen bezeichnet. Diese Lichtempfindlichkeit, wie man sie in der digitalen Fotographie bezeichnet, wird heute in DIN, ASA, ISO oder GOST angegeben. In Zeiten der analogen Fotographie, war die ISO Empfindlichkeit auf der Verpackung des Film oder der Filmpatrone zu finden und der Fotograph wählte den Film aus, der den jeweiligen Lichtverhältnissen am besten gerecht wurde. In der digitalen Fotographie ist nun die Möglichkeit gegeben entweder der Kamera über die Automatikeinstellung die Wahl der Empfindlichkeit zu überlassen oder manuell die richtige ISO-Empfindlichkeit einzustellen.

Generell ist zu sagen, je höher die ISO-Empfindlichkeit gewählt wird, desto weniger Licht ist von Nöten um eine zufriedenstellende Aufnahme zu erreichen. Daher kann bei höherer ISO-Empfindlichkeit die Belichtungszeit kürzer gewählt werden, was den Vorteil mit sich bringt, dass ach bei schwierigen Lichtverhältnissen ein scharfes Bild ohne Stativ und Blitz möglich wird (bei Verdoppelung der ISO-Empfindlichkeit, halbiert sich die Belichtungszeit bei gleicher Blende).

So weit die Theorie. Um die Zweischneidigkeit der ISO-Empfindlichkeit zu verdeutlichen, bietet sich das Beispiel der Audio- Aufnahme an. Eine hohe ISO-Empfindlichkeit lässt sich vergleichen mit einem voll aufgedrehtem Aufnahmeregler um ein leises oder weit entferntes Geräusch aufzunehmen, um so das leise Signal stärker anzuheben. Dadurch wird jedoch auch das Bandrauschen, das bei jeder Aufnahme mit drauf ist stärker angehoben und lauter wiedergegeben, als bei einer korrekt ausgesteuerten Aufnahme. Dasselbe Problem ergibt sich bei der Einstellung eines sehr hohen ISO Wertes. Mit einem hohen ISO Wert können sehr leise Signale aufgenommen werden, aber auch das Bildrauschen (das der Bildsensor genauso produziert wie das Tonband) wird ebenso verstärkt. Bei eigentlich einheitlichen Flächen zeigt sich das Bildrauschen besonders gut, denn die eigentlich einheitlichen Pixel weisen dann unterschiedliche Farben und Helligkeiten auf. Maßgeblich für die Bildqualität sind natürlich auch die verwendeten Objektive verantwortlich. Aber das ist ein Thema für sich.

Es bietet sich daher also an, wenn man dies vermeiden möchte, die ISO-Empfindlichkeit runterzuregeln und eine längere Belichtungszeit in Kauf zu nehmen, was in manchen Situationen ein Stativ erforderlich macht, oder das Bildrauschen als gestalterisches Moment einzusetzen.

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